Vollgas & Pause

Das 10-Leckerli-Spiel: simpel, schnell und richtig gut für unterwegs

5. September 2026 Sofa und Leine 8 Min. Lesezeit
Frau und Hund beim 10 Leckerlispiel
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Zehn kleine Leckerlis in der Tasche und los geht’s. Mehr brauchst du für das 10-Leckerli-Spiel tatsächlich nicht.

Dein Hund muss warten, loslaufen, einem Leckerli hinterherjagen und sich danach wieder zu dir orientieren. Gerade für Hunde, die Bewegung richtig gut finden, kann aus einem ziemlich langweiligen Keks dadurch plötzlich eine spannende Belohnung werden.

Denn mal ehrlich: Ein Stück Trockenfutter aus der Hand ist draußen gegen Wildgeruch, Vögel, Bewegung im Gebüsch und sämtliche anderen wichtigen Hundedinge nicht unbedingt der große Knaller. Dasselbe Stück Trockenfutter, das plötzlich über den Weg saust, sieht da schon ganz anders aus.

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So funktioniert das 10-Leckerli-Spiel

Am Anfang zählst du deine Leckerlis hörbar in die Hand: „Eins, zwei, drei …“. Dein Hund wartet währenddessen bei dir und danach rollst du das erste Leckerli ein kurzes Stück über den Boden.

Du musst dabei natürlich nicht direkt bei zehn anfangen. Wenn dein Hund beim dritten Leckerli schon denkt, dass du dich mit dem Zählen jetzt wirklich mal beeilen könntest, startest du eben mit drei. Später werden daraus fünf und irgendwann zehn.

Mit der Zeit kennt dein Hund das Ganze sowieso und weiß bei „eins, zwei, drei“ schon ziemlich genau, was gleich passiert. Dann wird das Zählen irgendwann schon Teil des Spiels.

Hat er das erste Leckerli gefressen und dreht sich wieder zu dir, rollst du das nächste in die andere Richtung. Kennt dein Hund das Spiel noch nicht und schaut nach dem Fressen erstmal weiter in der Gegend herum, sagst du einfach seinen Namen. Er kann schließlich noch nicht wissen, dass es direkt weitergeht.

Nach ein paar Wiederholungen kapieren die Hunde ziemlich schnell, wie das Ganze läuft. Dann kannst du erstmal einen Moment warten und schauen, ob er sich schon von alleine wieder zu dir orientiert.

Erst kurze Wege, dann darf es schneller werden

Am Anfang rollst du die Leckerlis wirklich nur ein kleines Stück. Dein Hund soll erstmal verstehen, wie das Spiel funktioniert, bevor da direkt richtig Tempo reinkommt.
Wenn das klappt, kannst du die Strecke langsam größer machen. Ein Stück weiter nach links, danach nach rechts und irgendwann darf dein Hund auch richtig Gas geben und dem Leckerli hinterherjagen.

Ich würde nur nicht direkt beim ersten Keks den halben Feldweg nutzen. Fang klein an und mach die Wege nach und nach größer. Sonst ist dein Hund nach Keks Nummer zwei schon bei Vollgas und du versuchst erstmal wieder ein bisschen Ruhe reinzubekommen.

Zum Ende hin wird das Ganze dann wieder kleiner. Die Leckerlis rollen kürzer, dein Hund bleibt näher bei dir und das Tempo geht langsam wieder raus.

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Das letzte Leckerli gibt es bei dir

Das zehnte Leckerli rollt gar nicht mehr weg, sondern landet direkt bei dir beziehungsweise vor deinen Füßen. Damit ist das Spiel beendet und dein Hund weiß mit der Zeit ziemlich genau: Das war’s jetzt.

Ich mag das bei bewegten Spielen ganz gerne so. Erst darf der Hund hinterherjagen und Gas geben und am Ende kommt das Ganze wieder bei mir an. Danach geht der Spaziergang einfach ganz normal weiter.

Du kannst dabei sogar deinen Rückruf mitnehmen

Wenn dein Hund das Spiel schon verstanden hat, passiert irgendwann etwas ziemlich Praktisches: Er frisst sein Leckerli und dreht sich danach von alleine wieder zu dir um. Genau in diese Bewegung kannst du dein Rückrufsignal sagen und direkt danach rollt das nächste Leckerli los.

Du rufst deinen Hund also nicht gerade dann, wenn er mit der Nase in einer Wildspur hängt und gedanklich längst woanders ist. Du setzt das Signal in einen Moment, in dem er sowieso schon auf dem Weg zu dir ist und danach passiert direkt etwas, das ihm Spaß macht.

Schaue dir gerne meinen Blogartikel „Rückruf klappt zu Hause, aber draußen nicht? Das steckt wirklich dahinter“ an.

Warum das Spiel gerade für jagdlich motivierte Hunde spannend ist

Draußen ist ziemlich viel los. Ein Vogel fliegt auf, irgendwo raschelt etwas, der Wind bringt Gerüche mit und auf dem Weg ist vermutlich irgendein Tier langgelaufen, von dem wir überhaupt nichts mitbekommen.

Und genau da liegt der Punkt bei Belohnungen: Ein Leckerli ist nicht automatisch eine gute Belohnung, nur weil der Hund es frisst. Wenn dein Hund gerade eigentlich hinter etwas herlaufen möchte, kann ein Keks direkt ins Maul einfach ziemlich weit weg von dem sein, was er in diesem Moment gerade spannend findet.

Beim 10-Leckerli-Spiel kommt deshalb Bewegung mit rein. Der Hund bekommt nicht nur Futter, sondern darf loslaufen, verfolgen und sich das Leckerli holen. Damit holst du ihn viel eher bei dem ab, was ihm gerade sowieso wichtig ist.

Die Idee dahinter ist also nicht, aus einem normalen Keks irgendwie etwas Besonderes zu machen. Es geht darum, eine Belohnung aufzubauen, die dein Hund auch wirklich als Belohnung empfindet. Und bei einem Hund, der draußen stark auf Bewegung anspringt, kann genau diese Bewegung einen ziemlich großen Unterschied machen.

Welche Leckerlis eignen sich für das 10-Leckerli-Spiel?

Welche Sorte du nimmst, ist eigentlich ziemlich egal. Viel wichtiger ist, dass dein Hund den Keks rollen sieht und schnell findet.
Auf einem festen Feld- oder Waldweg reichen kleine Stücke völlig aus. Im hohen Gras oder zwischen Laub dürfen sie ruhig etwas größer sein, sonst stehst du irgendwann daneben, während dein Hund seit zwei Minuten versucht, einen Krümel zwischen 400 Blättern wiederzufinden.

Gleichzeitig sollten die Stücke nicht so groß sein, dass erstmal ausführlich gekaut wird. Das Spiel lebt ein bisschen davon, dass es weitergeht und nicht nach jedem Leckerli erstmal eine kleine Pause zum Fressen eingelegt wird.

Und wenn ein Leckerli im Gras verschwindet?

Dann wartest du einfach. Wenn dein Hund das Stück gerade sucht, musst du nicht schon das nächste werfen oder ihn wieder zu dir holen.

Hat er es gefunden und gefressen, geht es ganz normal weiter. Falls allerdings jedes zweite Leckerli irgendwo verschwindet und daraus jedes Mal eine kleine Suchaktion wird, würde ich größere Stücke nehmen oder mir einen anderen Untergrund suchen.

Sonst wird aus dem 10-Leckerli-Spiel irgendwann das 10-Leckerli-Suchspiel. Kann natürlich auch nett sein, ist dann aber eben ein anderes Spiel.

Ich habe übrigens echt lange nach einer Leckerlistasche gesucht, mit der ich wirklich zufrieden bin. Mir war vor allem wichtig, dass sie mehrere Fächer hat, weil ich unterwegs gerne unterschiedliche Leckerlis dabeihabe. Schon allein deshalb, weil bei mir ein kleiner und ein großer Hund mitlaufen und ich dadurch auch gerne zwei verschiedene Größen einpacke. Wenn du auch noch auf der Suche nach einer guten Leckerlistasche bist, kann ich dir diese hier wirklich empfehlen*.

Und falls du dich fragst, welche Leckerlis bei uns meistens in der Tasche landen, das hier sind die Lieblingsleckerlis meiner Hunde. Die gehen bei beiden ziemlich gut und dürfen deshalb eigentlich selten fehlen. ESCAPURE Hupferl Softies * und REAL NATURE WILDERNESS Meat Snacks*

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Mit zwei Hunden lieber nacheinander

Mit zwei Hunden würde ich das Spiel nicht gleichzeitig machen. Zwei Hunde, ein rollendes Leckerli und beide dürfen hinterher klingt erstmal lustig, kann aber auch ziemlich schnell in ein Wettrennen ausarten. Deshalb ist immer nur einer dran und der andere wartet gesichert bei dir oder an einem passenden Platz. Danach wird gewechselt und jeder bekommt seine eigene Runde.

Das finde ich sowieso angenehmer, weil du das Spiel dann an den jeweiligen Hund anpassen kannst. Der eine findet größere Strecken super und gibt richtig Gas, beim anderen reichen kleine Rollbewegungen vollkommen aus. Es muss ja nicht für jeden Hund gleich aussehen.

Wo kannst du das 10-Leckerli-Spiel spielen?

Eigentlich überall dort, wo ein bisschen Platz ist und du die Leckerlis über den Boden rollen kannst. Ein breiter Waldweg, ein Feldweg, eine Wiese oder auch der Garten reichen dafür völlig aus.

Für die ersten Versuche würde ich mir trotzdem nicht gerade den Weg aussuchen, auf dem dein Hund normalerweise schon beim Aussteigen weiß, wo die Rehe stehen. Ein bisschen Ruhe macht es am Anfang einfach leichter.
Kennt er den Ablauf erstmal, kannst du das Spiel ziemlich unkompliziert in euren Spaziergang einbauen. Zehn Leckerlis sind schnell eingesteckt und die ganze Sache dauert keine Ewigkeit.

Ich wünsche euch nun viel Spaß beim Ausprobieren 🙂

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FAQ zum 10-Leckerli-Spiel

Muss mein Hund wirklich bis zehn warten können?

Nein. Wenn bei drei Schluss ist, dann fängst du mit drei an. Es bringt ja nichts, auf Biegen und Brechen bis zehn zu zählen, während dein Hund daneben schon komplett hibbelig wird.

Mit der Zeit kannst du mehr Leckerlis dazunehmen. Das Spiel heißt zwar 10-Leckerli-Spiel, aber die Leckerli-Polizei wird nicht kommen, wenn du erstmal nur fünf benutzt. 😉

Was mache ich, wenn mein Hund nach dem Fressen einfach weiterläuft?

Wenn er das Spiel noch nicht kennt, sprichst du ihn mit seinem Namen an. Sobald er sich zu dir orientiert, geht das nächste Leckerli los.

Kennt er das Spiel eigentlich schon und ist trotzdem ständig mit etwas anderem beschäftigt, würde ich es erstmal wieder leichter machen. Kürzere Wege und weniger Ablenkung sind dann oft sinnvoller, als immer lauter zu werden.

Kann ich das Spiel auch mit Trockenfutter machen?

Wenn dein Hund sein Trockenfutter gerne nimmt, klar. Gerade bei diesem Spiel muss es nicht unbedingt das super besondere Leckerli sein, weil die Bewegung schon einen Teil der Belohnung ausmacht.

Du kannst also auch einen Teil der normalen Futterration dafür nutzen. Wichtig ist nur, dass die Stücke sich einigermaßen gut rollen lassen und dein Hund sie auf dem Untergrund wiederfindet.

Wie lange dauert das 10-Leckerli-Spiel?

Nicht besonders lange und genau das finde ich angenehm. Je nachdem, wie weit du die Leckerlis rollst und wie schnell dein Hund wieder bei dir ist, bist du nach wenigen Minuten durch.

Es soll auch gar kein halbstündiges Programm daraus werden. Ein kurzes Spiel unterwegs reicht vollkommen.

Ist das Spiel für jeden Hund geeignet?

Nicht jeder Hund findet hinterherrollendes Futter gleich spannend. Der eine sieht den ersten Keks und ist sofort dabei, der nächste schaut dich erstmal an, als wäre das jetzt wirklich dein Ernst.

Probier es aus und schau, was dein Hund daraus macht. Wenn Bewegung für ihn sowieso ein großes Thema ist, stehen die Chancen ziemlich gut, dass er die Idee zumindest nicht komplett bescheuert findet.

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